Hat Chorleiter Kinder missbraucht?
Einen herben Schlag mußten drei Chöre aus der niederrheinischen Region hinnehmen: Der Chorleiter Norbert Risky aus Dinslaken muß sich vor dem Landgericht Duisburg wegen schwerer Vergehen verantworten (nachstehender Artikel).
Rheinische Post Geldern,
Rheinische Post Viersen,
Westdeutsche-Zeitung,
Weiter kann bei einer Chorleitersuche nur folgender Rat gegeben werden:
Sofern Chöre einen Chorleiter suchen ist es ratsam, Mitglieder des Musikausschusses des ChorVerbandes NRW oder deren Beauftragten zu bitten, bei sogenannten “Probedirigaten” anwesend zu sein und den Chor über den gewonnenen musikalischen Eindruck des Bewerbers zu informieren. Ein wesentliches Kriterium, was ein Bewerber erfüllen sollte, ist der Nachweis an teilgenommenen Weiterbildungen und Leistungssingen bzw. Wettbewerben aus der jüngeren Vergangenheit.
Man sollte sich weiter bei den Kreischorverbänden oder aber bei den zuständigen Regionalkoordinatoren oder Regionalchorleiter über den Leumund des entsprechenden Bewerbers zu informieren versuchen.
Die Redaktion wünscht den betroffenen Chören, dass sie schnell über diesen Schock hinwegkommen mögen. Sofern sie weitere Hilfe benötigen, stehen wir gerne zur Verfügung.
Herr Risky ist im Weseler Raum hinreichend bei allen Chören und deren Vorsitzenden bekannt.
Es ist für mich unbegreiflich, wie ein solcher Mensch immer und immer wieder die Möglichkeit bekommt, als Chorleiter tätig zu sein einerseits und andererseits wie er es immer wieder schaffte unter Vortäuschung falscher Tatsachen mit Kinderchören arbeiten zu können.
Ich finde es gut, dass endlich jemand den Mut findet, diese Tatsachen auch über Weseler Grenzen hinaus bekannt zu machen und bitte die Chöre, sollte Herr Risky noch einmal irgendwo auftauchen, ihm schon im Vorfeld nicht mehr diese Möglichkeiten musikalischen Wirkens in irgendeiner Form einzuräumen.
Im Namen der Kinder vielen Dank!
Schade finde ich, dass sich niemand zu diesem Thema äußert. Vielleicht obsiegt ja die Angst davor.
Probedirigate, “Weiterbildungen” und dergleichen sagen leider nicht viel über die tatsächliche Qualität eines Musikers aus, weder musikalisch noch menschlich! Augen und Ohren offen halten sollte selbstverständlich auch für Chöre und deren Vorstände gelten… besonders, wenn es um Kinder- und Jugendarbeit geht.
So wie ich die Chöre jedoch zu oft erlebt habe, geht es ihnen jedoch immer um das liebe Geld – die Honorarforderung entscheidet, ob der Chorleiter genommen wird oder nicht. (Leider, und das muss in diesem Zusammenhang auch gesagt werden, arbeiten viele Musiker “schwarz” bei den Chören, weil ihnen nach Abzug der Steuern nicht mehr als ein Taschengeld bliebe… das aber darf nicht sein und macht den Berufsmusikern, die brav ihre Steuern zahlen und ein dementsprechendes Honorar fordern, das Leben schwer.)
Einen guten, kompetenten Musiker, der bei alledem auch noch Mensch ist, findet man jedoch nicht an jeder Ecke… aber allzu oft dient das Singen auch nur als “Alibi” zur Geselligkeit: Qualität und Leistungsbereitschaft stehen erst an 2. Stelle. Meines Erachtens sollten sich auch die Chöre überlegen, welche Kriterien ihnen wichtig sind. Dazu gehört meiner Ansicht nach auch die Frage des Charakters und des sogenannten Leumunds.
Erstaunlich ist, das auch Schulen ein Forum bieten, das “kranken” Musikern eine Plattform bietet. Hier sind wahrscheinlich die Förderkreise oder – vereine gefordert, ihre Entscheidung zur Einstellung eines (billigen?) Musikers/Musiklehrers nach den eben genannten Kriterien zu überprüfen.
Das in diesem Fall keine Überprüfung seitens der Bezirksregierung stattfand (Aushilfsstelle), ist unfassbar und muss rechtlich unbedingt korrigiert werden! Es gibt genügend kompetente Musiker, die auf der Straße stehen und auf einen Job warten – hier kann sich das Land nicht länger aus der Verantwortung ziehen und weggucken.
Dem vorstehenden Kommentar der Frau Hennig kann ich nur zustimmen. Es ist für mich unfassbar, wie es einem solchen Chorleiter immer und immer wieder gelingt, eine entsprechende Plattform zu finden. Hier muss dringenst etwas geschehen, von welcher Seite auch immer.
Natürlich sind “Probedirigate” oder der Nachweis über teilgenommene Weiterbildungen nicht allumfassend aussagekräftig, belegen aber das Engagement der betreffenden Person.
Daher auch die Empfehlung Mitglieder des Musikausschusses des Chorverbandes NRW zu bitten, bei solchen Probedirigaten anwesend zu sein und den jeweiligen Chor zu beraten. Im Gegensatz zu einem Laien können diese ausgewiesenen Fachleute sehr schnell feststellen, um welche musikalische Größenordnung es bei einem Bewerber handelt. So kann man dann auch über andere Honorare reden. “Qualitätssicherung” heißt das Gebot der Stunde!
Ein weiteres Kritium (chorbezogen) ist die Teilnahme an Leistungssingen und Wettbewerben. An solchen Veranstaltungen wird kein Chorleiter teilnehmen, der um die Qualität seiner Arbeit fürchten muss. Darüber hinaus ist es für den Chor eine Arbeitsbewertung durch Fachleute.