Verbände und Funktionäre sowie auch musikalische Leiter sollten sich allmählich einmal Gedanken darüber machen, wie den “Basischören” (gemeint sind die Chöre, die an keinem Wettbewerb teilnehmen oder gar große Konzerte geben können, sondern froh sind, wenn sie die wöchentliche Probe noch durchführen können) durch erfolgsbewährte Konzepte geholfen werden kann. In unserem Land gibt es bemerkenswert gute und erfolgserprobte Konzepte der Nachwuchsgewinnung und -förderung.
Eine Idee wäre vielleicht einmal eine Liste erfolgreicher Konzepte unter dem in der Wirtschaft bekannten Begriff “Best practice” in Seminaren und Fortbildungen vorzustellen, anstatt sich nur mit mittlerweile tradiertem Gerede und Ausflüchten zu beschäftigen. Gemeint sind hier insbesondere die Chor- und Chorleiterverbände. Man hat als Outsider wirklich den Eindruck, Verbände als auch Chorvorstände und insbesondere Chorleiter sind mittlerweile “FORBILDUNGSRESITENT“! Durch ihr indifferentes und pseudokünstlerhaftes wie auch Kunst oktroierendes Verhalten bemerken sie gar nicht, dass sie sich immer mehr den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Eine große Anzahl tradierter Chorgemeinschaften stellen jährlich ihre Vereinstätigkeit ein, weil kein Nachwuchs in Sicht ist; aber warum sollte er auch kommen, wenn der Blick immer nur in die Vergangenheit gerichtet wird.
Was Mitgliederwerbung und Innovation angeht, macht dies Hermannjosef Roosen, icv mit seinen Chören in einer bemerkenswert erfolgreich, beeindruckenden Form vor. Aber auch hier wird dies zu Kenntnis genommen mit dem Bemerken: “Schön!” Dann folgt das große Schweigen!
Informieren Sie sich, es lohnt sich!
Hallo lieber Hermannjosef Roosen,
wenn ich Deine Kommentare und Anregungen lese, bekomme ich irgendwie immer eine Gänsehaut – vor allen Dingen möchte ich Dich herzlich bitten, alle Deine Choraktivitäten und Erfolge, die Du – wie ein Missionar verkündest – doch bitte hier bei uns im Kreis – z.B. in bzw. bei einigen Männerchören, bei gemischten Chören, bei Frauenchören zu versuchen – so wie ich es tue – ehrenamtlich – ohne Bezahlung und dennoch mit ganzer Hingabe.
Eigentlich ist es nicht so sehr Deine Agenda 2020 – sorry – das lese ich ja jetzt auch überall in Deinem Betätigungsfeld – sondern es wird überhaupt wieder gerne gesungen und Chöre, die sich mit Konzepten und Projekten öffnen, erkennen selber sehr rasch, ob der Chorleiter diesen Weg mitgehen möchte. Schau´dich nur um!
Also nicht immer nur Deine armen Kollegen – es sind auch viele Vorstände resistent. Ist der Niederrhein auf lange Sicht die Quelle – aus der wir nur trinken brauchen – um zu gesunden ????
Kommentar by Annemarie Wilke — 3. Februar 2008 @ 14:03
Hallo Annemarie,
danke für Deinen Kommentar.
Es mag stimmen, dass ich mich wie eine Missionar fühle, der versucht seine positiven Erfahrungen, die er an den unterschiedlichsten Orten und mit den unterschiedlichsten Chören gemacht hat, an andere Chöre und Kollegen weiterzugeben. Ob sie diese Möglichkeit nutzen, liegt nicht in meiner Verantwortung.
Das Konzept “Cantare 2020″ greift nicht nur in meinen Chören, sondern auch da, wo Vorstände und Chorleiter ansatzweise ähnliche Wege gehen. Ich will nicht behaupten, dass das das alleinig selig machende Konzept ist, wobei es sich jedoch zu bewähren scheint. Es bietet nicht nur die Möglichkeit es 1:1 zu übernehmen, sondern man kann durchaus einzelne Punkte daraus mit einer großen Erfolgsaussicht aufgreifen. Mir ist bewußt, dass auch viele Vorstände fortbildungsresistent sind und Innovation in jeder Form ablehnen.
Z.Zt. erleben wir, durch die Medien verursacht, einen Sturm wieder singen wollender Jugendlicher. Wir brauchen also nur zielgerichtet diesen jungen Menschen die Literatur anzubieten, die sie gerne singen wollen. Das Konzept “Cantare 2020″ steht für den künftigen Leitsatz: “Singen von der Wiege bis zur Bahre”, also für das Singen in einem jeden Lebensalter und zwar in einer hinsichtlich der Literaturauswahl zielgerichteten Form.
Die Definition “Ehrenamt” bedeutet für mich ohne Bezahlung für eine Sache Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung bedeutet auch den Blick in die Zukunft zur richten, also in eine Zeit, wo ich selber nicht mehr aktiv sein werde. Es würde mich freuen, vielleicht ein wenig dazu beigetragen zu haben, dass unsere Chöre dann gesund darstehen.
Ich würde mich freuen, wenn auf lange Sicht der Niederrhein eine Quelle sein könnte, aus der nur wir trinken brauchen, um zu gesunden. Es ist aber egal aus welcher Quelle, Hauptsache: Wir gesunden wieder! Das ist, wie ich Dich kenne, auch Dein erstes Anliegen!
Kommentar by Hemannjosef Roosen — 3. Februar 2008 @ 16:24